{"id":111,"date":"2017-03-30T15:01:22","date_gmt":"2017-03-30T13:01:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gain-switzerland.ch\/de\/?p=111"},"modified":"2017-06-20T16:08:20","modified_gmt":"2017-06-20T14:08:20","slug":"300-familien-im-fokus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gain-switzerland.ch\/de\/blog\/2017\/03\/30\/300-familien-im-fokus\/","title":{"rendered":"300 Familien im Fokus"},"content":{"rendered":"<p>Als ein GAiN-Katastrophenteam 2014 ins Land kam, wurde Mossul gerade vom IS \u00fcberrollt. Eine Fl\u00fcchtlingswelle kam in Erbil an und zusammen mit zwei Partnerorganisationen vor Ort konnte GAiN etliche von ihnen mit dem Lebensnotwendigen versorgen. Inzwischen gibt es mobile Kliniken, die die Menschen im Nordirak auch medizinisch betreuen. Ausserdem stellt GAiN f\u00fcr \u00fcber 300 Fl\u00fcchtlingsfamilien regelm\u00e4ssig Pakete mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Kleidung und vielem anderen zur Verf\u00fcgung. GAiN Schweiz war k\u00fcrzlich bei der Verteilung in Nordirak mit dabei. Ein Teil des Materials konnte durch Spenden von GAiN Schweiz mitfinanziert werden.<\/p>\n<p>Wir sitzen im Kellergeschoss einer christlichen Radiostation in Erbil (Nordirak). Ein lokaler Mitarbeiter zitiert Psalm 23 und meint zu Vers 5. \u201eGott will uns im Angesicht unserer Feinde ein Bankett bereiten. Gott will unserem Land Gutes tun und uns den Becher voll einschenken. Mir bleibt die Spucke weg. Eigentlich wollten wir als GAiN-Team mit unserer Pr\u00e4senz und den Hilfsg\u00fctern Ermutigung und Trost bringen. Nun sind sie, die Opfer vom IS, jene, die uns im Glauben ermutigen und uns durch ihre Gastfreundschaft dienen. \u00dcbrigens, die Radiostation muss in diesen Tagen aufgrund von Bedrohungen umziehen. In ein neues und gr\u00f6sseres Geb\u00e4ude, das mit einer Klinik, Beratungsstelle und B\u00fcror\u00e4umen viel Platz bietet. Es ist das einzige Radio, das zurzeit in Mossul funktioniert und t\u00e4glich tausende von H\u00f6rern erreicht. Das Bankett steht bereit!<\/p>\n<p><strong>Tagebuchauszug vom 3. M\u00e4rz 2017:<\/strong> Das DART (Disaster Assistance and Response Team, das Katastrophen-Hilfsteam von GAiN) bricht um 7.15h Richtung Mossul auf. Unsere Partner vor Ort lenken die drei Pickups und einen Lkw, der mit Medikamenten, Rollst\u00fchlen und Spitalmaterial vollgepackt ist, sicher durch jeden Checkpoint. Der Regen setzt ein. Die triste und einsame Gegend, die karge Landschaft und der bleierne Himmel geben dem Tag eine gespenstig-tr\u00fcbe Note. Je n\u00e4her wir an Mossul herankommen, umso mehr wird das Ausmass der Zerst\u00f6rung sichtbar. Ganze Quartiere sind platt gewalzt oder durch Feuer zerst\u00f6rt. Unser GAiN-Konvoi stoppt 17km vor Mossul. Die Organisation \u201eSamaritan\u2019s Purse\u201c hat hier ein hoch bewachtes Trauma-Feldspital eingerichtet. Die Freude \u00fcber die erhaltenen Gaben ist riesig. Ohne Nachschub l\u00e4uft hier n\u00e4mlich nichts. Das Spital nimmt rund um die Uhr Verletzte auf, die durch den Krieg und aktuell durch die Befreiung von Mossul eingeliefert werden. Seit November 2016 wurden hier \u00fcber 800 Personen behandelt. 32% davon sind Kinder. Ein Arzt erz\u00e4hlt mir, dass die IS vermehrt Kinder ins Visier nimmt und er gestern das Leben eines kleinen M\u00e4dchens nicht mehr retten konnte. Das Gesicht des kleinen M\u00e4dchens war durch die Detonation einer Drohnenbombe zu entstellt. Der Arzt konnte mit dem M\u00e4dchen noch beten und bei ihr sein bis es starb.<\/p>\n<p>Trotz viel Traurigem ist der Arzt hoffnungsvoll und spornt seine Leute an. \u201eNichts was wir hier f\u00fcr die Menschen tun ist umsonst\u201c, meint er und dankt GAiN nochmals f\u00fcr den Besuch und die Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<h5>Zeichen der Hoffnung setzen<\/h5>\n<p>Mit weiteren Spenden k\u00f6nnen wir im Nordirak 300 Familien im \u201eDebaga Camp\u201c (N\u00e4he Mossul) und zwei mobile Kliniken (Erbil) wirkungsvoll unterst\u00fctzen. Nebst dem Materialtransport f\u00fcr das Trauma-Spital konnte GAiN Schweiz anfangs M\u00e4rz 2017 auch die Verteil-Aktionen in der \u201eKanjan City School\u201c unterst\u00fctzen. Schultaschen und Turnschuhen konnten an die Fl\u00fcchtlingskinder und ihre christlichen Lehrer (ebenfalls Opfer der IS) abgegeben werden. In einem privaten Wohnhaus werden 320 Kinder unterrichtet. Das Unterrichten der 8 Klassen zu 40 Kinder ist eine Herausforderung und erfolgt im Schichtbetrieb. Der Besuch von unserem GAiN Team war f\u00fcr alle eine grosse Ermutigung. \u201eDa gibt es Menschen in Europa, die an uns denken und f\u00fcr uns beten\u201c, bemerkte der Schulleiter w\u00e4hrend der Verteilung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als ein GAiN-Katastrophenteam 2014 ins Land kam, wurde Mossul gerade vom IS \u00fcberrollt. Eine Fl\u00fcchtlingswelle kam in Erbil an und zusammen mit zwei Partnerorganisationen vor Ort konnte GAiN etliche von ihnen mit dem Lebensnotwendigen versorgen. 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Ein Teil des Materials konnte durch Spenden von GAiN Schweiz mitfinanziert werden.<\/p><p>Wir sitzen im Kellergeschoss einer christlichen Radiostation in Erbil (Nordirak). Ein lokaler Mitarbeiter zitiert Psalm 23 und meint zu Vers 5. \u201eGott will uns im Angesicht unserer Feinde ein Bankett bereiten. Gott will unserem Land Gutes tun und uns den Becher voll einschenken. Mir bleibt die Spucke weg. Eigentlich wollten wir als GAiN-Team mit unserer Pr\u00e4senz und den Hilfsg\u00fctern Ermutigung und Trost bringen. Nun sind sie, die Opfer vom IS, jene, die uns im Glauben ermutigen und uns durch ihre Gastfreundschaft dienen. \u00dcbrigens, die Radiostation muss in diesen Tagen aufgrund von Bedrohungen umziehen. In ein neues und gr\u00f6sseres Geb\u00e4ude, das mit einer Klinik, Beratungsstelle und B\u00fcror\u00e4umen viel Platz bietet. Es ist das einzige Radio, das zurzeit in Mossul funktioniert und t\u00e4glich tausende von H\u00f6rern erreicht. Das Bankett steht bereit!<\/p><p><strong>Tagebuchauszug vom 3. M\u00e4rz 2017:<\/strong> Das DART (Disaster Assistance and Response Team, das Katastrophen-Hilfsteam von GAiN) bricht um 7.15h Richtung Mossul auf. Unsere Partner vor Ort lenken die drei Pickups und einen Lkw, der mit Medikamenten, Rollst\u00fchlen und Spitalmaterial vollgepackt ist, sicher durch jeden Checkpoint. Der Regen setzt ein. Die triste und einsame Gegend, die karge Landschaft und der bleierne Himmel geben dem Tag eine gespenstig-tr\u00fcbe Note. Je n\u00e4her wir an Mossul herankommen, umso mehr wird das Ausmass der Zerst\u00f6rung sichtbar. Ganze Quartiere sind platt gewalzt oder durch Feuer zerst\u00f6rt. Unser GAiN-Konvoi stoppt 17km vor Mossul. Die Organisation \u201eSamaritan\u2019s Purse\u201c hat hier ein hoch bewachtes Trauma-Feldspital eingerichtet. Die Freude \u00fcber die erhaltenen Gaben ist riesig. Ohne Nachschub l\u00e4uft hier n\u00e4mlich nichts. Das Spital nimmt rund um die Uhr Verletzte auf, die durch den Krieg und aktuell durch die Befreiung von Mossul eingeliefert werden. Seit November 2016 wurden hier \u00fcber 800 Personen behandelt. 32% davon sind Kinder. Ein Arzt erz\u00e4hlt mir, dass die IS vermehrt Kinder ins Visier nimmt und er gestern das Leben eines kleinen M\u00e4dchens nicht mehr retten konnte. Das Gesicht des kleinen M\u00e4dchens war durch die Detonation einer Drohnenbombe zu entstellt. Der Arzt konnte mit dem M\u00e4dchen noch beten und bei ihr sein bis es starb.<\/p><p>Trotz viel Traurigem ist der Arzt hoffnungsvoll und spornt seine Leute an. \u201eNichts was wir hier f\u00fcr die Menschen tun ist umsonst\u201c, meint er und dankt GAiN nochmals f\u00fcr den Besuch und die Unterst\u00fctzung.<\/p><h3>Zeichen der Hoffnung setzen<\/h3><p>Mit weiteren Spenden k\u00f6nnen wir im Nordirak 300 Familien im \u201eDebaga Camp\u201c (N\u00e4he Mossul) und zwei mobile Kliniken (Erbil) wirkungsvoll unterst\u00fctzen. 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